EVALUS JOURNAL
2026-08-19
Was muss jemand können, der an einem Elektrofahrzeug arbeitet?
Die Antwort lautet häufig: „Er benötigt eine Hochvoltausbildung.“
Aber was bedeutet das konkret?
Muss er den Aufbau einer Lithium-Ionen-Batterie verstehen?
Muss er Leistungselektronik diagnostizieren können?
Muss er ein Fahrzeug freischalten können?
Muss er unter Spannung arbeiten können?
Das sind unterschiedliche Kompetenzen.
EV – Electric Vehicle Competence beschreibt das technische Verständnis elektrisch angetriebener Systeme.
Dazu können beispielsweise gehören:
EV beantwortet die Frage:
Wie funktioniert das System?
HV – Hazardous Voltage Safety Competence verfolgt einen anderen Zweck.
Dazu gehören beispielsweise:
HV beantwortet die Frage:
Wie arbeite ich unter den gegebenen elektrischen Bedingungen sicher?
EV und HV sollen nicht voneinander isoliert werden.
Im Gegenteil.
Sie können aufeinander aufbauen und für konkrete Tätigkeiten miteinander kombiniert werden.
Technische Kompetenz + Sicherheitskompetenz = tätigkeitsbezogene Handlungskompetenz.
Das ermöglicht eine wesentlich präzisere Antwort auf die Frage:
Was kann diese Person tatsächlich?
Nicht der Name eines absolvierten Kurses sollte im Mittelpunkt stehen.
Sondern die nachgewiesene Kompetenz.
Im nächsten Beitrag: Zwei Kompetenzbereiche führen zu einer weiteren Frage: Wer soll welche Kompetenz vermitteln? Warum formale technische Bildung und non-formale Sicherheitsqualifikation unterschiedliche Aufgaben übernehmen können.